Elsa Stern

* This blog is classified PG * *LEGAL DISCLAIMER: Alle Namen, der in diesem Blog handelnden Figuren, sowie die Figuren und die Handlung selbst sind frei erfunden. Ähnlichkeiten zu realen lebendigen oder verstorbenen Personen oder realen Begebenheiten sind von der Autorin nicht gewollt und wenn dann rein zufällig. Bei der Produktion der Texte kamen keine Tiere zu Schaden. *

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Dienstag, 09.03.2010, 21:24

Wenn ich warte ist mir fad. Wenn mir fad ist komm ich zuweilen auf sehr eigenartige Ideen, von deren Umsetzung ich mir verspreche, dass mir dann eben nicht mehr fad ist und sich das Warten dadurch erträglicher gestaltet, dass ich endlich was zu tun hab.

Nur so lässt sich die Schnapsidee, die ich neulich umgesetzt habe auch nur irgendwie ansatzweise erklären. Ich hatte drei Tage des erfolglosen Wartens hinter mir. Warten auf Q im Skype. Ja, ich weiß, das ist jetzt nicht das, was man hören wollte. Aber ich wartete, auf das erlösende *plopp*- er ist online und das Herz in die Hose rutschen lassende *plupp*- er schickt eine Nachricht. Kam aber nicht...

Drei Tage saß ich circa ununterbrochen vor dem PC, Skype Fenster offen, wartend aber die Q-Online-Ampel blieb stur auf grau - nicht online. Ich hätt ja vieles machen können in der Zeit, in der ich gewartet hab, aber das kann ich nicht. Wenn ich warte, dann wart ich gscheid, dann konzentrier ich mich quasi nur darauf, was nicht hilft, nein, eher das komplette Gegenteil, aber sehr viel mehr als mir „nebenbei“ die Fingernägel zu feilen bring ich nicht zusammen. Ich hab demzufolge also auch eine sehr exzessive Maniküre hinter mir, meine Nägel sind quasi nicht mehr existent, was mich danach vor eine Herausforderung der anderen Art gestellt hat: Versucht mal ohne Fingernägel den Lack von ebendiesen abzukratzen! Das war dann nämlich Warteaktivität Nummer zwei (weil: Ja, der Nagellackentferner war ausgegangen, ich konnte aber nicht rausgehen, um welchen zu kaufen, denn ich musste ja warten).

Und nachdem ich also dann meine Fingernägel gänzlich ruiniert hatte und nebenbei auch meine Augenbrauen bis zur Unkenntlichkeit gezupft waren (man könnt fast sagen, sie hatten sich verzupft) und ich außerdem alle Blei- und Farbstifte auf meinem Schreibtisch neu gespitzt und der Länge nach sortiert aufgelegt hatte, die Brösel und Staubflankerl mit einer Pinzette aus meiner Tastatur geklaubt hatte, ich in Ermangelung anderer Schokoladehaltiger Lebensmittel, die kleinen Schokostückchen aus einer Packung Müsli herausgesucht, auf die Briefwaage gelegt und die Verpackung des Müslis was den Schokoladeanteil betrifft einer blanken Lüge überführt hatte, die Schokosplitter dann verzehrt hatte und es mir trotz der zusätzlich angebrochenen Flasche Eierlikör nicht besser ging, wurd’s mir zu blöd. Also so richtig.

Und ich überlegte, was ich tun könnte, um ein wenig Abwechslung in mein Leben zu bringen. Und dann fiel’s mir ein. Es fiel mir plötzlich wie Schuppen von den Augen und zwar eben in dem Moment als diese auf einem Viagra-Spam-Mail in meinem Posteingang ruhten.

Was ich eigentlich brauchte und warum ich in letzter Zeit wirklich unrund gelaufen bin, ist nicht Q sondern Sex. Seit dem Herrn Q hatte ich ja keinen Sex mehr... ich hatt (ganz ehrlich jetzt!) voll drauf vergessen. Ein halbes Jahr lang hatte ich stets geglaubt, was mir fehlt ist der Herr Q, dabei fehlte mir im Grunde nur das, was der Herr Q als letzter mit mir gemacht hat.

Ok, so, gut. Jetzt, da ich bei der Wurzel des Problems angekommen bin, stellt sich die Frage, wie man dieser Wurzel zu Leibe rückt, oder anders: Woher einen Mann nehmen, wenn nicht stehlen? Und ja, es sollte schon ein Mann sein, also kein batteriebetriebener Plastik-Ersatz, zu denen ich ja seit dem Flugzeug-Paris-Debakel ein sehr ambivalentes Verhältnis hab.
Mir fällt mein „schwarzes Büchlein“ ein, aber das hab ich seit der unsäglichen Nacht der Hausbarsortierung auch nicht mehr in der Hand gehabt und ich glaube so bei mir zu wissen, dass das gut so ist und ich keinen alten Kaffee aufwärmen möchte, sprich: Es muss ein Neuer her. Also nicht ganz neu, denn dafür fehlt mir jetzt die Zeit, mein Gott, ein halbes Jahr lang zölibatär zu leben, da besteht jetzt echt Handlungsbedarf!

Ich überlege: Wen kenn ich, männlich jetzt, mit dem ich noch nix hatte, oder nur fast und der was von mir wollen könnte?
Schwierig, schwierig! Ich hab lang überlegt. Aber dann ist er mir eingefallen, der Luftballonklaus von der Geburtstagsparty vom Eugen-Marcell mit der Nummer drauf, der Nummer vom Theo, der gemeint hat, ich dürfte seine Größenverhältnisse mal austesten. Wo ist der nur hingekommen? Gut, dass ich nichts wegschmeißen kann, gut, dass ich in meinem Chaos eine gewisse Ordnung bewahre und gut, dass ich einen Platz habe, wo ich mir verehrte Luftballonkläuse mit Telefonnummern drauf aufbewahre... *ironiemodus aus*

Ich hab ihn trotzdem gefunden den Luftballonklaus vom Clown-Theo, der war zwar schon ein bissi verschrumpelt und sehr klein, aber genau das war dann anschließend ein grandioser Opener für das Telefonat mit dem Theo, der recht gelacht hat, als ich gemeint hab, ob das bei ihm auch so schnell geht, dass die Luft draußen ist.

In Kürze treff ich mich übrigens mit dem Theo. Danach werd ich dann eventuell darüber berichten, ob Sex mit einem Clown wirklich so LUSTig ist, wie es die Berufsbezeichnung verspricht.


Donnerstag, 04.03.2010, 00:20

Der Q - bei mir im Skype, die EK - wenig begeistert, ich - einem Herzkasperl nahe... soweit der Stand der Dinge.

Und dann pluppt’s gleich noch mal:
Q: Frau Stern, guten Abend!
Q: Ich wollt dich nur wissen lassen, dass ich gestern wegen dir fasten musste. Du wirst es ja vielleicht nicht glauben, aber auch ich hab hie und da mal selber Hunger und koch dann auch für mich allein ein Huhn.

Copy/Paste und rein damit in die Konversation mit der EK

EK: ELSA! DU HAST NICHT WIRKLICH????
ES: wos schreib i jetzt?
EK: goar nix!!!! lösch den typen wieder raus, der is ned gut für dich!
ES: der geist ist willig, aber das fleisch ...
EK: komm hör mir mit der bibel auf, der q ist der antichrist!
ES: i will nur schauen, was er schreibt... vielleicht entschuldigt er sich???
EK: nojo sicher und morgen is weihnachten!

Da wieder *plupp* in der Q-Konversation:

Q: Fräulein Stern? Man grüßt zumindest, auch bei einer rein virtuellen Unterhaltung!
ES: guten abend, herr q, oder sollt ich lieber schäffer-elmayer sagen?

*plupp*
EK: sag amal, bist du eigentlich total bubu im hirn?
ES: wieso? find ich jetzt irgendwie spannend.
EK: jo, spannend, des is gefährlich! unser ganzer plan is am wackeln, checkst das nicht?

*plupp* (Ich fang an, das Geräusch zu mögen)

Q: Kokettieren Sie da etwa mit mir, Frau Stern?
ES: nein, sicher nicht.

*plupp*
EK: sag mal, du skypst jetzt nicht im ernst mit ihm, oder?
ES: nein, ich war nur schnell am klo
EK: geh bitte, verarsch wen anderen!

*plupp*
Q: Schade, eine kokette Frau Stern ist mir immer die Liebste.

*schluck* und *plupp*
EK: wos is jetzt?
ES: jaja, bin eh da... ganz bei dir, der q is ein trottel!

*plupp*
Q: Und Frau Stern, verändern Sie grad schon Ihr Leben? ;-)

Scheiße, woher weiß der... aso, ja kann ja lesen der Idiot! Charmanter Idiot, ... manchmal...

*plupp*
EK: elsa, ich warn dich ein letztes Mal!

*pluppplupp*
Q: Übrigens nicht sehr charmant, wie du mich dargestellt hast... man könnte mich glatt für versnobbt halten.

So, jetzt bin ich mal überfordert. Überall pluppt’s, ich kenn mich nicht mehr aus und tippe daher ung’schaut:

ES: wenn’s dich beruhigt, ich halte den q nach wie vor für einen ziemlichen idioten und da schlägt vorher der blitz bei mir ein, während ich einen lottosechser mach, bevor ich mit dem je wieder irgendwas anfang

ES: tut mir sehr leid, wenn ich mit meinem letzten beitrag nicht so ganz deinen geschmack getroffen hab.

*plupp*
EK: was is los? was für ein beitrag?

Hä? Ich schau nicht glauben wollend, was ich seh, in das Chatfenster von der EK. Da steht als letzte Meldung von ES: „tut mir sehr leid, wenn ich mit meinem letzten beitrag nicht so ganz deinen geschmack getroffen hab.“


SCHEIBE!!! F**k, F**k!! Ich hab mich vertippt... nicht geschaut! Skype-Chat-Fenster verwechselt, ach du...

*plupp* Ich mag gar nicht hinschauen!!!

Q: In dem Fall liebe, gnädige Frau Stern, hoffe ich auf ein baldiges Gewitter und darauf, dass deine Zahlenintuition besser ist, als deine Konzentration beim Chat. Dein Q. ;-)

Und *plopp* und weg war er der Q, offline... so ein ... DEIN Q.???? Gewitter? Mah, ich versteh echt nur ... also gar nix!

Das nächste *plupp* verursacht fast einen Herzinfarkt.

EK: wos is denn jetzt schon wieder los? bist no da? oder schon wieder ersoffen in den augen von dem hirsch?

Copy/Paste

ES: DEIN Q????? was heißt das????
EK: dass er ein trottel ist!
ES: na, geh bitte!
EK: genau, geh bitte, fall doch ned auf sowas rein! der verarscht dich doch nur!
ES: aber das hat doch was zu bedeuten?
EK: das bedeutet genau folgendes, liebe elsa: dem ist nicht gut, wenn er dir nicht heiß-kalt geben kann!

Den Rest des Dialogs erspar ich euch und mir (weil die EK hat mich leicht zur Sau gemacht...) ist eh schon lang genug. Die EK und ich haben noch bis 4 in der früh dieses „dein Q“ in alle Einzelteile und Buchstaben zerlegt, sind aber auf keinen Nenner gekommen.




Ich nehme vorweg: Seit ein paar Stunden ist „dein Q oder nicht dein Q“ nicht mehr die interessanteste Frage. Die interessantere Frage ist: Wie revanchiert sich frau, wenn sie einen Himmelskörper geschenkt bekommt?
Denn: Alles kam ganz anders. Im Sinne von: Es kam ein anderer und der hat Frau Stern den Mond geschenkt und ein Lied dazu und das geht so:



Montag, 01.03.2010, 01:35

Nach dem Motto: The trouble about life is, that there is no background music: Der Soundtrack zum Blog Get your way (zu Deutsch in etwa: Seinen Kopf durchsetzen ;-) und auch schön die Zeile: You won the battle and I won the war.)



Und jetzt aber:
Manchmal müssen Männer die Arschlochkarte spielen, damit ich einseh, dass sie nicht gut für mich sind. Der beste Beweis für diese Hypothese: Q’s Verhalten letztens im Supermarkt respektive auch oder besonders danach.

Ein gepflegter Vollrausch an einem Samstagabend hilft da nur ein bisschen drüber weg. Aber alles ist besser, wenn die beste Freundin am anderen Ende von Österreich live über skype zugeschaltet ist und wir uns so im virtuellen Synchrontrinken üben (übrigens eine Sportart, die man dringend für die Olympischen Spiele vorschlagen sollte, ob Sommer oder Winter wär in dem Fall auch gänzlich egal, ist ja eine „indoor“ Sportart).

Die EK also (mit deren grandioser Hilfe das Ende der Q-Ära im MdM eigentlich eingeläutet wurde) hängt mit mir im Skype und wir analysieren und erörtern die Situation wie folgt:

EK: elsa, was du brauchst ist TABULA RASA!!! prost!
ES: jo genau, und du weißt aber schon noch, was das letzte Mal passiert ist, als du mir das vorgeschlagen hast, gö!? prost auch!
ES: was trinkst denn du überhaup?
EK: also des is jetzt ganz was anderes.
EK: hab ein flascherl piccolo offen.
ES: aha.
EK: ja. (Punkt)
ES: und wieso schnell noch einmal? wieso is des jetzt anders?
EK: weil du jetzt ja SELBER das AHA-erlebnis hattest, dass der q ein ... ist.
ES: echt? hatt ich das?
EK: !!!!!!! prost!
ES: hm, aso, ja... na, wirklich ein depp! prost! aber das war alles so zweideutig, was er gesagt hat... und du hättest seine augen sehen sollen... mah, diese augen!
EK: ELSA ANTOINETTE STERN!!!!!
ES: NENN MICH NICHT SO!!!
EK: muss ich, sonst hörst nicht auf mich.
ES: das ist ein blödsinn, ich hör genau gar nicht auf leute, die mich so nennen, bestes beispiel: meine mutter
EK: wurscht jetzt! tabula rasa, geht scho!
ES: ja, was, soll ich jetzt den schreibtisch abräumen, oder wie?
EK: nei-ein, du fängst jetzt ganz neu an! du setzt jetzt mal andere prioritäten! du lässt jetzt mal gepflegt deine hübschen, zerbrechlichen und gebranntmarkten fingerlein von den männern, weil wir wissen ja, wie das sonst wieder endet.
ES: WIEDER - ein wort, auf das ich ECHT allergisch reagieren, merk dir das!
EK: ok, du brauchst einen plan, der dich so sehr einspannt, dass männer darin keine platz haben!
ES: echt? brauch i des?
EK: JA!
ES: na dann prost!
EK: prost! hast außerdem selber gsagt oder geschrieben!
ES: was? prost?
EK: na, das mit dem „ich änder jetzt mein leben, so voll total... blablabla“
ES: aso, jo, do woar i a grantig.
EK: und jetzt nimmst mal die ganze grantige energie, elsa, und die investierst jetzt in deine zukunft!
ES: ok. wie?
EK: also punkt 1: deine berufliche zukunft! punkt 2: dein seelenfrieden! punkt 3: veränderung!
ES: verstehen tu ich’s nicht, aber hört sich gut an!
EK: schau, du tust dir jetzt erst einmal was gutes und veränderst so viel wie möglich, an dir, am tagesablauf, an deiner umgebung!
ES: ok.
EK: kannst du bitte a bissi produktiv mitarbeiten? ok klingt so phlegmatisch!

Da muss ich mich jetzt schon ein bissi konzentrieren. Hm... Veränderung... mir fällt spontan ein, dass ich mal wieder zum Frisör gehen wollte, aber die EK will sicher wieder irgendwas pseudo-spirituelles hören, so a la: Ich fang jetzt an mein Karma zu reinigen und tu was Gutes für die Welt, indem ich zwei chinesische Waisenpandas adoptier, oder so...
Aber da, plötzlich, wie aus dem Nichts reißt mich ein dezentes Skype-Plopp aus meinen „Ich veränder mein Leben“-Gedanken:

Q: Bitte nehmen Sie mich in die Liste Ihrer Kontakte auf. Please add me to your contact list.

Na BUMM! Wär ich nicht auf einem Schreibtischsessel mit Lehne und Armstützen gesessen, mich hätt’s in dem Moment sowas von auf den Boden geprackt!

ES: SCHEISSE! Der Q!!!
EK: jo, genau, scheisse, der q, elsa, da warn ma schon!
ES: der q hat mir eine kontaktanfrage geschickt.
EK: wo?
ES: na do, auf skype!
EK: ELSA WEHE!!!
ES: was mach i jetzt? nehm ich’s mal an, oder?
EK: elsa, ich warne dich! ernsthaft! ich klaub die scherben sicher nicht zsamm!

*Plupp* da ist es auch schon passiert. Herr Q ist jetzt mit mir verskypt... und zwar genau in der Phase, in der ich eigentlich grad sowas wie einen Eid drauf geschworen hab, meine Finger von den Männern, vor allem vom Q, zu lassen.

Jetzt sind wir aber mal gespannt, was der Q der Elsa über skype mitzuteilen hat... ja, ich bin’s auch, muss ich ganz ehrlich zugeben... es gibt zwei Versionen und bis Donnerstag überleg ich mir, welche es wird. Ihr könnt aber gerne Tipps abgeben ;-) In diesem Sinne.


Donnerstag, 25.02.2010, 11:34

So, da standen wir also, Q und ich, barfuss im weißen Sandstrand in der Karibik, Perlen salzigen Meerwassers glitzerten auf seinem nackten Oberkörper, nicht einmal der Sprung in seine eisblauen Augen konnten die aufgeheizte Stimmung abkühlen... bis auf:

„56,80!!“

Hä? Was bitte? Was macht eine böse ungeduldig dreinschauende Billakassiererin auf meiner einsamen Q-Insel?

„Elsa!!!“ da der Q!
Ich fokussiere: Q’s wunderbare Lippen, die meinen Namen formen, Q’s Augen, die in meine schauen, in denen ich mich gerade verliere, Q’s Gesicht, das immer näher kommt, bis ich seinen Atem spüre, gleich, gleich wird er mir sagen, dass er mich nie vergessen konnte, gleich wird er sagen: „Elsa, du bist die Einzige für mich“ und gleich wird er mich küssen.

„Elsa!!“
„Ja?“ ich spitz schon mal die Lippen.
„Elsa, hauch mich mal an!“

Wham!!
Für diese rhetorische Watschn, die sowas von gesessen hat, kann man sich nur der Comic-Sprache bedienen!
Hat der einen Vogel? HAUCH MICH MAL AN!? Das kann’s ja wohl nicht sein!

„Bist deppert!??“ kommt mir aus.

„56,80“ sagt die Kassiererin lauter werdend.

„Finden Sie es eigentlich richtig einer augenscheinlich stark alkoholisierten Person derart viele Spirituosen zu verkaufen?“ wendet sich der Q ans Verkaufspersonal.

Dieses zum Q: „Solang sie 18 is“ und zu mir: „Ham’s an Führerschein?“

Ein Herr weiter hinten aus der Schlange: „Wieso geht denn da nix weiter? Machen’s gfälligst a neue Kassa auf.“

Eine Dame vor dem Herrn, die den Alkoholdisput mitbekommen hat: „Der“ auf Q zeigend „will ned, dass’ der Angsoffenen“ auf mich zeigend „noch an Schnaps verkaufen“

Bahhh, ich bin im falschen Film, definitiv!
Ich will das jetzt schnellst möglich beenden: „Mein Führerschein is im Auto draußen, aber glauben’s mir, ich bin schon volljährig und angsoffen bin ich no lang ned.“

„Elsa, du fährst in dem Zustand sicher nicht mit dem Auto! Gib mir die Schlüssel! Und Sie stornieren mal die Spirituosen raus“

„Da muss ich den Filialleiter holen“ raunzt die Kassiererin
„Nein, müssen’s nicht...mit Karte bitte!“ wenigstens einmal im Leben, dass ich entschlossen auftrete. „Und du mischst dich da nicht ein! Geht dich ja überhaupt nix an!“

Ich steck schon die Bankomatkarte in das Kartendings... so, Scheiße, der Code...der Q mit seinen depperten Augen! Wart, der Code, war irgendwas mit 8 hinten,... oder vorne? Oder war da gar kein 8er? Ja verflixt, das gibt’s jetzt aber nicht... Ah ich hab’s! „Piiiieeeeeps“... Falsch, verdammt, zweiter Versuch... ich kann aber auch nicht denken, wenn mich der Q so vorwurfsvoll anschaut! Und die anderen nörgelnden Kunden hinter mir sind auch keine rechte Hilfe, genauso wenig, wie die Kassiererin... in meinem Kopf: schwerer Zahlensturz! Irgendwas war doppelt, oder war da ein Nuller drin?
Ich merk, wie ich rot werde, der Q merkt das auch, der Q sagt plötzlich:“Rechnen’s das auch dazu“ und zahlt, während ich mit der Bankomatkarte in meinen zitternden Händen da stehe wie ein Alki auf Entzug. Der Q hat Rotwein und ein Hendl gekauft: Coq au vin - der Mistkerl! Coq au vin kocht der immer, wenn er „Damenbesuch“ hat, hat er mir auch öfter mal gekocht...ist eh das Einzige, das er kann (rein kochtechnisch jetzt). In meiner Bikini-Karibik-Fantasie drängt sich gerade eine zweite (wahlweise blonde, weil das gibt so einen schönen Kontrast) Frau ins Bild... ist mir aber wurscht, die kann ihn ruhig haben, DIE kann ihn auch ruhig ANHAUCHEN!

Beim Rausgehen schaut mich die Kassiererin an, als würd sie sich mein Gesicht merken wollen, um es auf die „schwarze“ Liste zu setzen. So ähnlich wie die Plakate bei der Passkontrolle mit den Terroristenfotos drauf. So auf die Art: DER verkaufen wir nix mehr...

Der Q legt mir den Arm um die Schulter während er mit der anderen Hand zielsicher das Wagerl in die Wagerlkolonne vor dem Supermarkt steuert (Männer können das, einhändiges Einkaufswagerlfahren, eigentlich die einzige Sache um die ich sie beneide). Wäre ich in dem Moment nicht so stinksauer auf den Q gewesen, dann hätte ich das Arm-auf-die-Schulter-Manöver mit Sicherheit wieder anders gedeutet, ihn mit großen Rehaugen angeschaut und gehofft, dass er mich küsst. Hab ich aber nicht, weil, wie gesagt: Ich war stinksauer! OK, er hat jetzt meine Einkäufe bezahlt, er trägt sie aber jetzt zu seinem Auto, mich immer noch im Arm-um-die-Schulter-Schlepptau.

„Wenn die Frau Stern dann bitte einsteigen würde.“
„Du bist wirklich ein derart präpotenter...“
Weiter komm ich mit meiner Schimpftirade nicht, der Q unterbricht mich, das kann er gut.
„Elsa, ich weiß ja nicht, wer oder was genau in deinem Leben gerade wieder nicht gut läuft“ und mit Blick auf die Packung OB im Einkaufssackerl „vielleicht ist’s ja auch einfach nur wieder DIE Zeit im Monat?“
Genau zwei Worte, zwei Worte, die das Fass jetzt echt zum Überlaufen gebracht und mich gänzlich aus der Karibik zurück geholt haben: WIEDER? (im Sinn von wieder nicht gut läuft) und DIE (Zeit im Monat).
Jetzt bin ich endgültig bös auf den Q und daher habe ich mich bemüht folgendes in Großbuchstaben zu sagen: „ES GEHT MIR BESTENS, DANKE und es ist NICHT DIE Zeit im Monat und ALLES LÄUFT GANZ WUNDERBAR! Und jetzt gib mir das scheiß Sackerl!“

Wie ein trotziges Kind steh ich dem Q gegenüber.
Der Q lacht... Der Q streckt seine Hand aus und streichelt mir über die Wange und ich muss alle Konzentration zusammen nehmen, um die Schmetterlinge in meinem Bauch, die da zu flattern beginnen wollen, einen um den anderen mit der rationalen Fliegenklappe zu erschlagen.
Aber der Q versaut’s eh von selber wieder: „Fräulein Stern, ich würd ja gern sagen: Sie schauen wunderbar aus, aber...“ und er mustert mich von oben bis unten und zieht eine Augenbraue hoch... „Ich kenn dich, Elsa, besser als du glaubst, und ich seh schon, wenn’s dir nicht gut geht, also steig jetzt ein und wir reden drüber.“

Ich kann nicht mehr, das ist jetzt echt zu viel... Das ist ... ja, keinen Ahnung, was das ist... aber sitzen wär vielleicht jetzt echt die bessere Idee, sonst kipp ich gleich aus irgendwelchen Latschen.
Ein gleich aus den Latschen kippendes Sternderl ist natürlich super Beute für ein Q-schubbst-dich-ins-Auto-Manöver. Platsch, da sitz ich auch schon am Beifahrersitz und der Q pflanzt sich neben mich und drückt mir das Einkaufssackerl in die Hand.

„Hast ein neues Auto?“ frag ich, um irgendwie unverfänglichen Smalltalk zu betreiben.

„Hab ich mir gegönnt, nachdem du weg warst.“ sagt der Q schwungvoll rückwärts ausparkend.

Aha, andere Leute gehen nach einer Trennung zum Friseur, der Q kauft sich dafür halt mal gschwind einen kleinen Audi Roadster. Und was soll das jetzt bitte heißen: Nachdem ICH weg war? ER war ja bitte weg!

Der Q wittert meine Verwirrung: „Entspann dich, Sternderl!“

ENTSPANN DICH??? Das letzte Mal, dass dieser Satz von einem männlichen Wesen vor mir geäußert wurde, ist jetzt schon fast 15 Jahre her und der Zeitpunkt war so in etwa kurz vor meiner Entjungferung.

„Ich bin entspannt“ sag ich, aber ok, es hört sich nicht danach an, es hört sich eher an, wie das Geräusch von einem Vulkan, der gleich eruptiert.

„Wie du meinst.“

Es folgt eine Heimfahrt eisigen Schweigens. Vor meiner Haustür, dreh ich mich noch mal zu ihm, der grad den Motor abstellt. „Sag mal, was genau sollte das jetzt eigentlich werden?“

„Sag du’s mir. Was sind deine Erwartungen, Elsa?“

Mein gedankliches „Häääää?“ übergeht der Q ganz einfach, souverän wie immer.
„Schau, ich les doch mit... ich lese ja auch zwischen den Zeilen und es ist schon sehr klar, dass du noch immer nicht über mich hinweg bist.“
In mir drin beginnt was zu brodeln... ja wie scheiß arrogant kann man eigentlich sein? Aber es kommt ja noch besser:
„Aber schau dich mal an, Elsa... So“ (und dieses „So“ war sehr betont) „So wird das mit uns nix.“

Mir reicht’s! Ich steig aus: „Weißt du was? Ich will überhaupt NIX von dir, echt nicht! Du warst der größte Fehler meines Lebens... Und wenn du der letzte Mann auf dem Planeten wärst... du bist SO ein Arsch!“

Und der Q muss immer das letzte Wort haben: „Deine Rhethorik war noch nie gut, wenn du dich aufregst, Sternderl. Geh und bitte sei so gut, und gib mir noch mein Henderl und den Rotwein, der Rest geht auf’s Haus.“

„Du kannst dir dein Hendl und deinen Rotwein sonst wohin schieben... musst IHR halt was vom Pizzaservice bestellen, das beeindruckt sie sicher auch, wenn sie merkt, dass so sein Trottel wie du eine Telefonnummer wählen kann.“

OK, es war ein kleiner bis gar kein Triumph, dem Q sein Hendl und den Wein wegzunehmen, hat aber trotzdem gut getan, und das Suppenhuhn werd ich eventuell noch rupfen und dann einfrieren, damit die EK damit einen gepflegten kleinen Vodoo-Zauber durchführen kann... oder so. Das Wochenende war natürlich schwerst verpatzt, aber: Alles ist für Irgendwas gut... und ich änder jetzt mein Leben! So ganz total! Einfach z’Fleiß, weil der wird sich noch anschauen der Q... Echt, was für ein Idiot!!

Damit er sich nicht noch mehr einbildet, der Herr Q, hier der Soundtrack zum Blog: This is NOT a love song - das ist dann ab jetzt „unser“ Lied!



Ah, und noch ein Edit-PS: Ich entschuldige mich hiermit dafür, dass die Elsa nicht, wie an anderer Stelle versprochen, zum Frühstück geliefert wurde... Es kam was dazwischen... soll ja vorkommen ;-)